Reisen und der Minimalismus – Muttern verreist


Viele wundern sich, dass ich es nicht leid bin, ständig mit Kind irgendwo anders zu übernachten. Merkwürdiger Weise finde ich es absolut nicht stressig oder nervig, denn ich hab über die Zeit hinweg ein System für mich entwickelt, welches für meine Kleine und mich wunderbar funktioniert.

Ich „verreise“ regelmäßig für eine oder zwei Übernachtungen nach München. Ist eine tolle Stadt, welche ich liebe und mich dort „zu Hause“ fühle. Nichtsdestotrotz ist München für mich im Moment nicht als Ausflugsziel No.1 gedacht, sondern ich fahre aus beruflichen Gründen hin und somit dient es mir nicht als Chill-Out-Area – obwohl mir da so das eine oder andere Eck schon einfallen würde.

Jedenfalls muss ich jedes mal  packen. Und da stellt es den meisten Müttern alle Nackenhaare auf: „Was nehm ich mit? Wie viel von dem? Wie viel von jenem? Soll ich lieber dies oder lieber das mitnehmen? usw.“

Diese Liste kann ins Unendliche geführt werden, (fast) jeder kennt das und selbst ich habe mich die ersten zwei/drei-Male wirklich im Pack-Wahn verrannt. Aber mittlerweile habe ich eine Checkliste entwickelt, welche mir wahnsinnig weiter hilft.

Oberstes Gebot hierbei: lerne minimalistisch zu reisen! Das erspart einem erstens schweres Gepäck und zweitens schont es den einen oder anderen Nerv.

Ich packe also meinen Koffer und nehme mit:

  • Kleidung für Mama zum Wechseln
  • Kleidung für Kind zum Wechseln
  • Kosmetikutensilien Mutter
  • Kosmetikutensilien Kind
  • Spielzeug und Getränk (für Kind versteht sich)
  • Social-Media-Gedöns incl. Technik (quasi Spielzeug für Mama)
  • ENDE

Klingt vielseitig-interpretierbar. Ist auch so. Aber ich nehme nur auserwählte Dinge mit, welche sogar für eine Woche reichen würden. Keinen Kram, welcher eventuell unter Umständen gebraucht werden könnte, sondern Basics, welche mehrere Funktionen erfüllen und somit zum Beispiel 3in1-Produkte darstellen.

Kommen wir also ins Detail:

Kleidung für  Mama bedeutet, dass ich eine Hose, ein Tank-Top, ein Shirt zum Schlafen, ein Oberteil und Underwear (meist alles in Schwarz und Weiß) mitnehme. Mehr nicht. Denn für Gewöhnlich gibt es in München Wasser und Seife – und da ich nicht gedenke, mit meinem Kind unter der berühmt-berüchtigten Isarbrücke zu nächtigen (Münchner wissen, was ich meine!), habe ich somit auch fließendes Dihydrogenmonoxid zur Verfügung. Und darin kann ich abends vor dem Schlafen gehen meine Kleidung waschen. Gegebenenfalls nehme ich zum Trainieren eine Leggings und ein T-Shirt mit. Keine extra-Schuhe oder so, denn das geht auch barfuß.

Das gleiche gilt für´s Kind: Da dieses auch noch eine überschaubare Körpergröße hat, kann ich ggf. diese Kleidung sogar in der Handtasche verstauen 😉 Das bedeutet im Klartext: Body, Söckchen, Pulli, Schlafanzug und Hose. Cardigan, Jacken und Schuhe haben wir normalerweise an, sowie Mütze und Schal.

Kosmetiktechnisch bin ich (mittlerweile!) spartanisch unterwegs und benutze vieles mit meiner Kleinen gemeinsam: Jojobaöl  in einer 30ml-Flasche (für uns beide zur Pflege, zum Abschminken, einfach für alles herzunehmen!), kleines Stück Alepposeife (Haut, Haare, Kleidung, also auch für alles verwendbar),  Mascara, Kajal, Spiegel, Lippenpflege, Haargummi, selbstgemachtes Deo in einer kleinen 30ml-Sprühflasche, Zahnbürsten und Kinderzahnpasta (für beide), Windeln (noch nicht für mich! Gebt mir da noch 40 oder 50 Jahre) und Babyfeuchttücher (welche auch so gut wie für alles einsetzbar sind).

Da mein Mädchen gerne liest, kommt ein Buch mit, ihre Lieblings-Legotierchen und eventuell noch ein Kuscheltier. Für mich nehme ich einen Block, Textmarker und Stift mit (auch für´s Kind praktisch! Malen geht nämlich IMMER!), sowie mein Tablet, Handy und Ladekabel.

Das Ganze passt in einen Handgepäck-Trolley (also der kleine)oder in eine große Handtasche. Hinzu kommt klassisch meine Handtasche in welcher sich Knabbereien und etwas zu Trinken für ein verhungerndes und verdurstendes Kind befinden.

Das ist also meine kleine 2-Übernachtungs-Liste für den beruflichen Alltag. Und jetzt zu euch: Wie macht ihr das, wenn ihr verreist? Nehmt ihr richtig viel mit um für ALLE Eventualitäten vorbereitet zu sein? Oder nehmt ihr sogar weniger mit als ich? Wie organisiert ihr euch? Würdet ihr mit meinem System klar kommen? Also da bin ich echt mal richtig gespannt! Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne: einen wundervollen stress-freien Start in die neue Woche!

Ahoj,

eure Klára

Trainieren – aber „richtig“! Und: wie ich (am „Armday“) trainiere…

„Richtig trainieren“ – dieser Begriff ist momentan in den Social Media (zu Recht) sehr gehyped. Die Rede ist dann immer von „gesundem Training“ oder „richtig trainieren“. Aber was bedeutet überhaupt „RICHTIG“ trainieren?

Erstens:Viele würden jetzt versuchen, das anhand von individuellen Trainingsplänen zu umschreiben und am besten auch noch mit ihrer eigenen Trainingsstrategie abzurunden. Das ist ja schon mal nicht verkehrt. Jedoch pauschal gesagt heißt das: der HIIT-Begeisterte schlägt natürlich HIIT vor, der Bodybuilder empfiehlt das Training mit sehr hohen Gewichten und der „klassische“ Fitnesstrainer eine Kombination aus Ausdauer, Krafttraining und Dehnen. Pauschal gesagt (!). Weil jeder in seinem eigenen Bereich ein Fachmann ist (Ups! Und natürlich auch FachFRAU, um die Damenwelt an dieser Stelle nicht zu vergessen) und in seinem Gebiet für sich die besten Ergebnisse erzielt. Es werden Bücher zu diesem Thema verfasst über und über und trotzdem ist für ganz viele nie wirklich das „richtige“ dabei. Warum ist das so?!? Die Antwort ist ganz einfach: weil jeder anders tickt. Und nicht nur generell „anders tickt“ sondern innerhalb seiner Individualität immer wieder individuell wird. Comprende? Bedeutet, dass ich heute total verliebt in HIIT bin und das wochenlang durchziehe und irgendwann wache ich auf und mein Training kotzt mich regelrecht an (Übertraining schließe ich hier aus – das ist ein anderes Thema). So.

Nun kann für mich jetzt eine Welt zusammenbrechen und ich begebe mich auf den Laminatboden (so etwas hochwertiges wie Parkett habe ich nicht!) in die Embryonalstellung und kratze leise mit meinem Zeigefinger am Boden während ich dabei „Story of my life“ winsele, oder ich ändere meine Art zu trainieren.

Und da sind wir auch schon beim Thema: Was sich gerade eben noch gut und „richtig“ angefühlt hat WAR richtig. Für diesen einen gewissen Zeitraum war das HIIT etwas, was meinen Körper, Geist und Seele in Einklang gebracht hat und somit gut und „richtig“ WAR! Und jetzt? Ist es das nicht mehr? Ist HIIT vielleicht doch nicht das „Richtige“? O.k., die Frage ist vielleicht ein wenig imbezil angehaucht und somit definitiv lächerlich, ich weiß. Aber so wird vielleicht deutlich, dass es so gesehen kein richtig oder falsch bezogen auf das „WAS / WIE TRAINIERE ICH“ gibt. Mein Tipp an dieser Stelle: trainiere DAS, was dich im Moment happy macht. Hast du ein bestimmtes Ziel? Zum Beispiel mehr Muskeldefinition? Dann wird dich dein gezieltes Krafttraining wahrscheinlich länger glücklich machen, als jemanden, der kein Ziel vor Augen hat. Du möchtest mehr soziale Kontakte knüpfen? Dann wirst du dich wohl mehr auf die Kursstunden im Fitnessstudio freuen als auf „einsames“ Crosstraining. Und last but not least den „Klassiker“ unter den Trainings: Abnehmen. Wer sich sein Ziel auch noch positiv formuliert („Ich freue mich auf das Fitnessstudio heute und genieße bald die Auswirkungen auf meinen Körper!“), der wird sein Training lieben, denn es ist ein Freund deines Körpers und bringt nicht nur physische Vorteile. Denn irgendwann zahlt es sich aus und der Körper verändert sich zum Positiven – Eine wundervolle „Nebenwirkung“ des Trainings 😀

Zweitens: Richtig Trainieren in Bezug auf die Ausführung der Übungen. Das ist meiner Meinung nach ein unterschätzter Punkt was Training anbelangt. Egal welche Übung ihr macht, achtet immer darauf, diese Übung korrekt auszuführen. Wenn die Übung schlampig wird und ihr von der Ausführungsschiene abweicht, nehmt weniger Gewicht oder macht einen Burpee weniger. Denn dann bringt das „Rumgehüpfe“ oder Gewicht-Gestemme mal überhaupt gar nichts. Dann ist es wirklich nur zur Zierde – und nicht mal das! Denn ein schlecht ausgeführter Bizeps-Curl kann schnell lustig aussehen und ein unsauber ausgeführter Mountain-Climber wie ein Betrunkener, der nicht weiß, wie er sich vom Boden erheben soll. Also: es bring nichts und somit lasst es! Es gibt ihn übrigens doch: den allgemeingültigen Tipp für ein gesundes und „richtiges“ Training → zieh den Bauchnabel immer schön zur Wirbelsäule. Dann ist schon mal dein „Korsett“ gestärkt und deine Bandscheiben werden es dir über kurz oder lang danken. Ach ja, und wenn wir schon mal dabei sind: Haltet die Gelenke bei den Geräten immer in angenehmer Position und überstreckt sie nicht oder knickt sie nicht ab. Und noch ein Tipp: Wirbelsäule in Verlängerung halten. Und achtet auf die Körperspannung! … und… hm… war wohl nix mit EINEM TIPP… ach, da gibt es so Vieles was beachtet werden sollte und muss!

Und ein bisschen was davon erzähl ich euch einfach indem ich auf mein persönliches Training eingehe:

Im Moment trainiere ich gesplittet, das bedeutet, dass ich jeden Tag andere Muskelgruppen bearbeite. Immer so ´ne halbe Stunde im Schnitt. Ich gehe nicht ins Fitnessstudio, da ich schlicht und ergreifend momentan die Ruhe während des Trainings zu Hause liebe und so auch wunderbar vom Mama-Alltag und vom Lernen abschalten kann.

Equipment? Ein paar Kurzhanteln (von 2 bis 12 kg verstellbar) und Langhantel, die bis 60 kg verstellbar ist. Eine kleine Trainingsbank muss aber definitiv noch her. Aber die werde ich irgendwo gebraucht besorgen und das hat auch noch Zeit.

Und wie sieht dann so ein gesplittetes Training aus?

Nehmen wir mal den „Armday“. Ich wärme mich auf alle Fälle einige Minuten auf und „schmiere“ die Gelenke an Schultern, Ellenbogen und Hand. Dann fange ich mit einer Übung an, die am meisten Gewicht fordert – damit ich die Gewichtsscheiben nicht so oft umstecken muss, z.B. mit

  • einarmigem Rudern und 10 kg pro Kurzhantel. Weiter geht es mit
  • Schulterdrücken und 8 kg pro KH, über den
  • Triceps-Curl mit dem selben Gewicht und ich lande beim
  • Frontheben mit 6 kg und evtl. gebe ich mir noch den
  • Biceps-Curl mit je 6 kg pro Kurzhantel.

Ich möchte 3 bis 4 Sätze mit maximal 15 Wiederholungen schaffen und danach absolut völlig erledigt sein – ein wenig Masochismus gehört einfach dazu 😉

Dazwischen mache ich immer kurze Päuschen in welchen ich gerne ein paar SitUp´s mache um die Arme etwas zu entlasten oder die Anzahl der Gewichtsscheiben an meinen Hanteln verändere. Also Päuschen, ne? So 10-15 Sekunden oder maximal 30. Mehr nicht. Kein Kaffeekränzchen bei Tante Erna oder Telefonieren mit Muddi oder so.Und es klappt, macht Spaß und funktioniert für mich. So kann ich täglich trainieren und muss nicht aussetzen um den Muskeln genug Regenerationszeit zu geben. An einem Tag in der Woche mache ich aber kein Gewichts-Training, sondern eine schöne Cardio-Einheit oder Yoga oder einfach ein langes Dehnen. Und nur am Rande erwähnt: Um seine Ziele zu erreichen ist auch hier wieder das Stichwort KONTINUITÄT zu nennen. Das ist wichtig! Und permanente Steigerung! Damit halt einfach immer neuer Input da ist. Das bedeutet, dass das heute über mein Training Geschriebene quasi schon nicht mehr zählt. Bevor dieser Blogpost online geht, bin ich wahrscheinlich schon bei 11kg im Einarmigen Rudern 😉 Also Leute, nicht verrückt machen, gar nicht darauf achten, was angeblich „richtig“ für euch sein sollte, sondern auf das achten, was euch tatsächlich gut tut und Spaß macht. Dabei natürlich auf die „richtige“ Ausführung der Übungen achten – dann seid ihr save! Ihr könnt gerne ein paar Trainings-Inspirationen auf meinem Instagram-Profil einsehen.

Und jetzt zu euch: Trainiert ihr auch? Wie oft? Und wo? Im Fitnessstudio oder im Home-Gym? Habt ihr irgendwelche Ziele oder trainiert ihr einfach so vor euch her? Mensch, Klára ist heute mal wieder mega-neugierig! Aber es interessiert mich einfach, wie bzw. ob ihr trainiert!

Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne… wünsche ich euch morgen einen fitten Start in die neue Woche!

Ahoj,

eure Klára

 

P.S.: Diesmal habe ich mit Anführungszeichen nicht gespart… aber anders kommen meine Gedanken einfach nicht rüber. Habt Nachsicht mit mir… 😉