Die DSGVO, mein Blog und ich

Eigentlich wollte ich mich nicht dazu äußern.

Eigentlich. Aber da mich das Thema tatsächlich mehr oder weniger betrifft, möchte ich jetzt doch ganz gerne meine Meinung dazu kundtun. Immerhin haben erschreckender Weise viele Blogs dicht gemacht 😦

Zuerst möchte ich euch, meine lieben Leser, folgendes wissen lassen:

DisclaimerPic

Aber das nur so am Rande. Ich meine, so funktioniert doch ein Disclaimer, oder etwa nicht?! 😉


Aber nun zum eigentlichen Thema: Die DSGVO.

Ich weiß, ich weiß; es gibt unzählige Blogposts, Zeitungsartikel, Zeitschriftenbeiträge und was es nicht alles gibt, zum Thema DSGVO. Und da dies bereits so zahlreich im Internet vertreten ist, brauche ich hier nicht auch noch meinen Wust hinzufügen. Mir geht es viel mehr darum hier zu erörtern, wie es MIR ALS BLOGGER (wohlgemerkt: eines bisher rein privaten Blogs!) ergeht und wie ich mich nun mit einem Bein im Gefängnis fühle. Ich meine … ganz klar … ich werde Millionen von Euro zahlen, mein Blog schließen und lebenslang ins Gefängnis müssen. Aber auch dies nur so am Rande.

Nein, das ist natürlich völliger Quatsch. Aber die ganze DSGVO-Geschichte ist so traurig, dass ich tatsächlich weinen würde, wenn ich das Ganze nicht ein wenig ins Lächerliche ziehen müsste um dann doch noch darüber zu lachen.

Und wie geht’s dir damit, Klára?

Na ja, um ehrlich zu sein, habe ich – wie viele andere Blogger auch – pünktlich zum 24. Mai diesen Jahres ein wenig Bauchschmerzen bekommen. Ich meine, es ist ja nicht so, als wüssten wir seit fast zwei Jahren, was da auf uns zukommt (?!?). Etwas nervös fingerte ich also an meiner Datenschutzerklärung herum und war trotz allen Bemühungen ein wenig unsicher.
Folge: ich schaltete erst einmal für 3 Tage mein Blog auf „privat“. Aber dann kam plötzlich eine geistige Eingebung: ich dachte mir, ich lasse mich von der allgemeinen Panikmache und unruhestiftenden, negativen DSGVO-Grundstimmung nicht mitziehen und schreibe wieder. Wie bisher auch. Nur mit einer DSGVO-konformen Datenschutzerklärung.

Sicherlich ließe sich etwas fehlerhaftes und nicht DSGVO-konformes in meiner ausführlichen und DSGVO-konformen Datenschutzerklärung finden denn laut meinem Anwalt, kann jeder dahergelaufene „Abmahn“-Anwalt versuchen, mir ans Bein zu p*****; ob dies jedoch bei den Gerichten überhaupt die erste Instanz erreicht, sei dahin gestellt. Jedenfalls bei MEINEM Blog. Meinem WOHLGEMERKT PRIVATEN BLOG.

Aber trotzdem. Es ist auch für viele private Blogger eine nervtötende Angelegenheit, erst einmal eine adäquate und vor allem DSGVO-konforme Datenschutzerklärung zu basteln. Hierzu gibt es aber zum Glück von einigen Anwälten kostenlose Vorlagen im Netz, welche das meiste eines kleinen privaten Blogs bereits abdecken. Und genau DAS habe ich getan. Ich habe noch einiges ergänzen müssen, aber soweit müsste meine Datenschutzerklärung sitzen.

Hast du etwas an deinem Blog geändert?

Kurzum: ja! Und das, obwohl ich überhaupt nichts mit euren Daten mache. Gar nichts. Mich interessiert nämlich eure IP-Adresse nicht. Gar nicht!

Ich habe zum Beispiel die Gravatar-Funktion abgeschaltet, was ich sehr schade finde, da meiner Meinung nach Avatare zu einem Blog und vor allem zu den Kommentaren dazugehören. Aber leider stellen diese kleinen, vom User selbst eingestellten Bildchen, eine schwere Straftat dar, wenn sie in einer Kommentarfunktion erlaubt werden. Und so habe ich sie vorsichtshalber mal abgeschaltet – ihr wisst schon: Gefängnis und so 😉

Und ihr braucht euren Namen oder eure E-Mail-Adresse nicht anzugeben, wenn ihr meine Blogposts kommentieren wollt. Wobei ich mich freuen würde, wenn ihr das machen würdet. Wenigstens euren Namen oder ein Pseudonym könnt ihr dalassen. Denn Kommentare mit einem Namen lesen sich viel freundlicher und persönlicher als wenn dort „Anonym“ steht. Aber es ist nicht notwendig. Immerhin möchte ich nicht die Todesstrafe erhalten, weil ich gerne den Namen von den Kommentatoren wissen möchte.

Ich habe in meiner DSGVO-konformen Datenschutzerklärung auch Askimet erwähnt, welches Spamkommentare filtert (worüber ich sehr dankbar bin, da sich hier und da mal ein nicht ganz jugendfreies Kommi einschleicht, welches weder ich noch ihr lesen wollt – und Askimet übernimmt für mich hier die Filterfunktion! Ha! Da war schon wieder so ein böses Wort! Filter! Aber das Wort passt dann eher zu den noch böseren Worten: Artikel 13!!!) und Google Analytics, welches ich selbstverständlich nicht nutze, obwohl ich es könnte, weil ich damit umgehen kann. Tue ich aber nicht. Und trotzdem steht es in meiner höchst DSGVO-konformen Datenschutzerklärung drin. Willkommen im totalen Chaos.

Klára, was hältst du von der ganzen DSGVO-Geschichte?

Nun, ich finde die Idee dahinter, User vor dem Internet zu „schützen“, unglaublich großartig. Aber leider nicht wirklich praktikabel – wie man ja deutlich sehen kann. Es ist ein schwieriges Thema, denn man könnte jetzt auch hart sein und mit böser Zunge behaupten: „Wer keine Ahnung vom Internet hat, hat die Finger davon zu lassen. Und wer unbedacht auf irgendwelchen Pornoseiten herumsurfen muss, braucht sich nicht zu wundern, wenn er sich Viren, Trojaner und sonstiges Gedöns einfängt und seine Daten geklaut und für viel Geld an irgendwelche zwielichtigen Firmen verkauft werden.“ *hust*
Aber das tun wir ja nicht. Wir möchten hier sachlich erörtern und nicht urteilen. Und das Problem ist, dass ich gar nicht mit meinem Internet-Explorer ins Darkweb muss, um mir irgendwelche Unannehmlichkeiten einzufangen und meine Daten klauen zu lassen. Das geht nämlich auch einfach so. Da brauche ich nur über eine der meistbenutztesten Suchmaschinen irgendwelche Shops besuchen und mir eine tolle Jeans bestellen. Und fupps! Schon ist es passiert. Meine Daten sind geklaut, verkauft und vergewaltigt worden. Ähm… oder so ähnlich.

Jedenfalls sind wir uns einig, wenn ich wage zu behaupten, dass Cookies nervig sind. Ich selber habe noch gut einundhalb Jahre nachdem ich bereits mein Kind zur Welt gebracht habe, Werbung für Umstandsmode erhalten. Als wäre ich eine Elefantenkuh, welche ihr Kind 22 Monate austrägt. Folglich sind Cookies nervig. Aber es gibt noch so einiges, was nervig ist. Nicht nur Cookies. Und das Daten erfasst werden, ist – denke ich – auch jedem klar. Jedenfalls den meisten von uns. Oder etwa nicht???

Da beginnt nämlich das Problem:

Dass viele User nicht wissen, WAS im Hintergrund alles passiert. Sei es, dass sie keine Zeit haben, sich zu erkundigen, sei es, dass sie keine Lust haben sich zu erkundigen, oder sei es einfach dass sie gar nicht auf die Idee kommen, es könnte etwas im Hintergrund ablaufen. Wieso sollten sie auch? Muss ich denn jetzt schon immer Angst haben, hintergangen oder ausgeraubt zu werden, wenn ich einen Schritt tue?

Andererseits … wenn wir auf den Münchner Christkindlmarkt gehen, werde ich meine tausende-von-Euro-teure Louis Vuitton Handtasche (die ich nicht habe) mit meinem unbezahlbaren Gucci Geldbeutel (welchen ich ebenso nicht besitze) auch nicht offen am Rücken geschnallt tragen, damit jeder hineingreifen kann. Jeder weiss, was auf dem Christkindlmarkt los ist und trägt nach Möglichkeit überhaupt keine Tasche mit sich herum.

Wie ihr sehen könnt, es gibt immer zwei Seiten. Ich verstehe beide. Auf der einen Seite frage ich mich, wieso es immer und überall jemanden geben muss, der eine Situation schamlos für sich ausnutzen muss und aus allem für sich selbst etwas herausschlagen muss. Ich finde es zum Beispiel sehr schade, dass das sogenannte berühmte „Wort“ kaum noch etwas wert ist. Stell dir mal vor, du möchtest bei einem Autohändler ein Auto kaufen und er gibt die die Hand drauf, dass das Auto für 800€ in einwandfreiem Zustand ist … wer von uns würde ihm das glauben? Du? Ich? Wer von uns würde sich das nicht auch schriftlich geben lassen???

Auf der anderen Seite finde ich es fast schon fahrlässig, einem Handschlag zu glauben. Ich habe es nämlich nicht nur in meinem Bekanntenkreis sondern oft genug am eigenen Leibe spüren müssen, wie es ist, wenn z.B. der Chef seine versprochene Gehaltserhöhung nicht einhält oder wenn der Vermieter einem die angeblich perfekt abgedichtete Dachgeschosswohnung vermietet, in welcher dann im Sommer Sauna-ähnliche Zustände herrschen.

Und im Internet läuft es leider nicht weniger asozial ab.

Und was kann ich dagegen tun?

Ich empfehle hier, sich wirklich von jemanden, der sich wirklich auskennt, ein wenig über die Risiken und Gefahren des Internets aufklären zu lassen. Besondern „Neulinge“, die bis Dato noch keine oder sehr wenig Erfahrungen mit dem Internet sammelten (ich habe tatsächlich mal gehört, dass es solche Menschen geben soll 😉 ).

Es ist wichtig zu wissen, dass trotz DSGVO nach wie vor Daten „geklaut“ und verkauft, nach wie vor Cookies gestreut und Viren, Trojaner, Würmer, Malware, Spyware, Backdoors, Scareware, Ransomware etc. im Internet ihr Unwesen treiben.

Tip: holt euch einen adäquaten Browser, surft nicht auf unseriösen Seiten herum, wählt eine diskrete Suchmaschine und holt um um Himmels Willen einen vertrauensvollen (?!?) Virenscanner und eine gutsituierte Firewall. Wenn ihr euren PC dann noch regelmäßig (REGELMÄSSIG!!) auf das ganze Gedöns, was man sich so im Internet einfangen kann, überprüft, seid ihr schon mal … na ja … vielleicht nicht ganz safe, aber safer. You know?!?

Aber nun zu euch: mich würde es brennend interessieren, was ihr von der DSGVO haltet. Betrifft es euch auch? Wenn ja: was tut ihr dafür/dagegen? Oder verschwendet ihr keinen Gedanken daran?

Lasst uns völlig straffrei ohne Gravatare in den Kommentaren anonym darüber diskutieren 🙂

In diesem Sinne… wünsche ich euch eine entspannte rest-Woche.

Ahoj,
eure Klára

Autor: klarabloggtjetzt

Dort wo sich Kreativität und Kompetenz im Social Media begegnen - da treffen wir uns! (Mum mit hoher Social Media Affinität)

Ein Gedanke zu „Die DSGVO, mein Blog und ich“

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