Fitness-Training, Bodybuilding oder Kraftsport… ja was denn nun?!?

Also Leute…*kopfschüttel* … ich muss mal etwas loswerden. Immer wieder werde ich gefragt, WAS ich denn so privat an Training auf die Beine stelle. Und obwohl es klare Definitionen zu den verschiedenen Trainingsmethoden gibt, erzeugt diese Nomenklatur in den Köpfen einiger von uns sehr individuelle Bilder. Und drei dieser Bilder möchte ich jetzt gerne mit euch unter die Lupe nehmen.

Beginnen wir mit den allgemein gültigen Definitionen (welche in jedem Lehrbuch anders ausfallen):

Fitness-Training umschreibt im ursprünglichen Sinne alle freizeitlichen Sport-Aktivitäten, welche dazu dienen, den Zustand von Körper und Geist (und Seele) gesund zu erhalten oder zu verbessern (oder in Einklang zu bringen).

Im Bereich Bodybuilding sieht es schon spezieller aus: Hier steht der gezielte Aufbau von Muskulatur im Vordergrund meist kombiniert mit einer speziellen Ernährung.

Zu guter Letzt der Kraftsport, welcher jede Art von Arbeit mit Gewichten beinhaltet und lediglich der Kräftigung von Muskulatur dient.

Soviel zu den Definitionen, welche im übrigen nicht von mir stammen. Die folgenden Kommentare jedoch, sind definitiv auf meinem Mist gewachsen und geben eine ca. 18-jährige – mehr oder minder berufliche – Erfahrung im Bereich Bewegung und Ernährung wieder. Klar, ich bin Fitness-Trainer. Das ist schon mal ein guter Ansatzpunkt, um überhaupt irgendwelche Kommentare diesbezüglich von sich zu geben. Aber Hand auf´s Herz: 10 Trainer ergeben 10 verschiedene Meinungen. Und damit wären wir bei dem ursprünglichen Thema: Nomenklatur in der Fitness-Branche.

Wenn ich also ein Gespräch mit einem Trainer führe und ihm erzähle, dass ich mich relativ gesund ernähre, jeden Tag ca.´ne halbe Stunde trainiere, an einem Tag in der Woche Cardio mache und ansonsten mit selektierten Muskelgruppen und mit sehr hohem Gewicht arbeite, so dass ich zwischen 8 und 15 Wiederholungen á 3-4 Sätze schaffe wird in seinem Gehirn die Schublade Bodybuilding aufgehen. Besonders wenn ich noch mit der Broscience-Theorie ankomme und gestehe, dass ich nach jedem Training erst einmal einen Proteinshake zu mir nehme, wegen Muskelaufbau bla bla bla…

Wenn ich mich mit einem Bodybuilder unterhalte, der mit seinem Trizeps einen Kleinwagen stemmen könnte und ihm die selbe Geschichte erzähle, wird er schmunzeln und sich denken: „Mei, wie süß! Des bisschen Kraftsport! Aber Hauptsache das Mäuschen bewegt sich.“  😉

Wenn ich das gleiche Gespräch mit einer untrainierten Hausfrau führe, welche ihren Lebtag noch keine Dumbbells in den Händen hielt und noch nicht einmal weiß, was das ist, wird diese die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen und rufen:“Ja um Himmels Willen!!! Wie kannst du nur solche Sachen mit deinem Körper machen! Du wirst aussehen wie Arnold Schwarzenegger! Das ist ja bei einer Frau wirklich nicht mehr schön anzusehen!!!“ 😀

Drei Köpfe – drei Meinungen. Aber welche ist nun richtig?

Das ist doch so einfach: keine und jede!

Wer sagt, welches Gewicht „hoch“ und welches „niedrig“ ist? Wer noch nie in seinem Leben einen Squat gemacht hat, wird wahrscheinlich mit 15 Squats ohne Gewicht schon völlig überfordert sein und jemand der täglich 100 Squats nebenbei beim Zähneputzen erledigt, wird – um sich wieder steigern zu können – das nächste mal ein paar Kilos mehr auf seinen Nacken packen.

Und wer darf jetzt darüber richten und behaupten, derjenige OHNE Gewichte macht nicht so viel wie der mit der Langhantel als Accessoire?!? Werden die Betroffenen befragt WIE sie ihr Training vom Schweregrad einstufen, werden beide wohl auf der gleichen Skala-Ebene landen.

Bleiben wir doch alle einfach mal locker und stecken uns nicht immer in irgendwelche Schubladen. Für den einen ist es Bodybuilding und für den anderen Fitness-Training. Gefühlt ist körperliche Betätigung sowieso etwas sehr Subjektives und das WICHTIGSTE daran ist, dass wir uns dabei wohl fühlen und das Gefühl haben uns etwas Gutes zu tun.

Fakt ist, dass der menschliche Körper Bewegung benötigt um adäquat zu funktionieren. Wie diese aussieht, ist völlig egal – Hauptsache der Körper wird gesund und richtig bewegt. Ob mit oder ohne Hantel – ob in Form von Körpereigengewichtsübungen, leichtem Workout oder Hanteltraining. Muskelpflege sollte so selbstverständlich sein wie Zähneputzen. Regelmäßig und gezielt. Ende.

In diesem Sinne… wünsche ich euch einen fitten Start in die neue Woche!!

Ahoj,

eure Klára

Ach, und übrigens: Ironische Passagen sind möglich!

Einfach nur Brot!?!

Okay, einige werden sich jetzt an den Kopf fassen und sich denken: „Oh nee! Komm schon, Klára! Ernsthaft?!? Ein ganzer Blogpost nur über´s Brot???“

Und ich so: „Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“ mit einem Grinsen im Gesicht 😀

Denn ich finde dieses Brot was ich so oft backe, einfach so gigantisch, dass ich einfach darüber bloggen muss!

Es ist nicht einfach „nur ein Brot“ – es ist ein gesundes Lebensmittel. Und variabel! Und schnell! Und einfach! Und somit definitiv einen Blogbeitrag wert! So!

Brot zu backen, ist nämlich überhaupt nicht so aufwendig, wie viele meinen. Es dauert bei diesem Brot hier nämlich ziemlich genau 5 Minuten in der Vorbereitung, ohne irgendwelche spezial-Zutaten sondern nur mit dem, was im Allgemeinen sowieso zu Hause ist und wird 25 Minuten gebacken. Na? Klingt das nicht genial? Doch! Das klingt für mich mehr als genial. Normalerweise schrecken mich die meisten Brotrezepte ab, denn es werden oft Zutaten gebraucht, die gar nicht zu Hause vorhanden sind wie z.B. Sauerteig oder Buttermilch (hab ich nämlich nie daheim!!) oder frische Hefe, oder rote Beete, oder oder oder. Oder es werden einfach viel zu viele Zutaten gebraucht und das ganze Procedere dauert dann auch noch ewig, wenn man bedenkt, dass der Teig erst mit der Maschine geknetet werden sollte um anschließend noch mit den Händen nachgeknetet zu werden, dann vielleicht 1 Stunde gehen muss um ermüdender Weise erneut durchgeknetet zu werden um ihn dann schon wieder 20 Minuten gehen zu lassen… fehlt nur noch dass ihm ein Liedchen gesungen und er noch gestreichelt werden muss und er könnte glatt als weiteres Familienmitglied durchgehen.

So ein klassisches Bauernbrot ist ja mal ganz nett – aber dieses Brot, wird auch die nicht-Brot-Bäcker unter euch überzeugen. Und wenn man nebenbei noch etwas snacken kann, wie z.B. diesen leckeren Smoothie  hier, dann vergeht sogar die 25-minütige Backzeit wie im Fluge.

Also, was brauchen wir dafür:

450g Dinkelvollkornmehl

400g Soja Joghurtkneten

1 Tl Natron

1 Tl Salz

1 Tl Kümmel

1 Eßl Sonnenblumenkerne

Das alles wird mit dem Handrührgerät und Knethaken zu einem Teig geknetet und auf ein Backpapier in Form eines Brotlaibes gelegt – fertig. Kein Einschneiden, kein extra-Kneten oder lieb-haben notwendig! Einfach in den auf 220 °C vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze) schieben und 25 Minuten backen. Ende! Herausnehmen und am besten noch warm genießen – Hmmmm ❤

Wie bereits oben erwähnt, kann der Brotteig variabel und mehr oder weniger gesund gestaltet werden. Oft nehme ich keinen Kümmel und keine Sonnenblumenkerne. Der Soja Joghurt kann durch Quark, Buttermilch (welche ich nie daheim habe!) oder auch klassischen Naturjoghurt in jeglicher Fett-Form (4%, 3,5%, 1,5% oder 0,1% Fett) ausgetauscht werden und wer kein Vollkornmehl mag, kann auch Weißmehl nehmen. Du kannst Rosinen, Chiasamen, Mandeln oder Nüsse hinzufügen – das schmeckt so großartig! Also einfach durchprobieren!

Warum ist genau dieses Brot so toll?

Weil es Zutaten sind, die ich persönlich IMMER im Haus habe, somit nichts großartiges hinzukaufen muss und in der oben genannten Variante mit diesem Brot auch noch ein gesundes Lebensmittel hergestellt wird: Das Dinkelvollkornmehl enthält viele Komplexe Kohlenhydrate, Kümmel ist super für die Verdauung, der Joghurt liefert neben Proteinen auch Vitamin E und die Sonnenblumenkerne beinhalten u.a. Folsäure, Phosphor und Magnesium. Wer meinen Artikel zum selbstgemachten Spülmaschinenpulver gelesen hat weiß, dass ich Natron nicht nur als Lebensmittel verwende und somit immer zu Hause habe. Und Salz… ja… äh… hat glaube ich so gut wie jeder daheim. Zum Thema Kohlenhydrate könnt ihr übrigens auf Silkes Blog einen interessanten Beitrag lesen.

Warum backe ich mein Brot (meistens) selbst?

Der Hauptgrund ist natürlich, dass es meiner Family und mir besonders gut schmeckt. probieren uns querbeet durch die Brot- und Brötchenwelt durch und es ist auch mal das ein oder andere Teilchen dabei, das nicht nochmal gebacken wird, weil es zu trocken, zu hart oder schlichtweg nicht lecker war. Aber im laufe der Zeit entwickelt jeder so sein eigenes Portfolio an Rezepten, die ja zum Glück auch immer wieder variabel gestaltet werden können. Und selbstverständlich gibt es auch Phasen, da wird Brot gekauft und nicht gebacken – weil es nun mal nicht immer passt! Aber ein weiterer Grund ist, dass gekauftes Brot unglaublich viele Zusätze enthalten kann und zumeist gar nicht gesagt werden kann, wo es denn überhaupt her kommt. Teiglinge werden immer häufiger im benachbarten Ausland wie Polen oder Tschechien (Zdary!) hergestellt und immer häufiger werden Enzyme frisch aus dem Labor für bessere Teigeigenschaften, Haltbarkeit etc. zugesetzt. Und das sogenanntes Turbomehl und Malzextrakte im Brot nichts verloren haben, brauche ich an dieser Stelle eigentlich gar nicht erst zu erwähnen. Wer noch mehr ins Detail gehen möchte, kann sich gerne den Blogbeitrag vom Plötzblog durchlesen. Da steckt so einiges an Info drin!

So! Wer jetzt immer noch nicht davon überzeugt ist sein eigenes Brot zu backen, … tja… dann weiß ich auch nicht weiter! Denn dieses Brot ist es definitiv wert, ausprobiert zu werden!!

Und nun zu euch: Backt ihr euer Brot selbst? Wenn ja: habt ihr ein Lieblingsbrot? Wenn nein: Warum? Ist es euch zu aufwendig? Oder schmeckt euch einfach selbstgebackenes Brot nicht? <- solche Leute soll´s ja auch geben 😉

Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne… wünsche ich euch einen schönen Start in den eisigen Februar!!

Ahoj,

eure Klára

Dunkle Wolken am Schwangerschaftshimmel und ein Schmetterling…


Die Angst einer jeden Schwangeren, welche sich ein Kind wünscht ist, das Kind in den ersten 12 Wochen zu verlieren. Alle sind darauf vorbereitet. Jeder weiß, dass die ersten 3 Monate als die „drei kritischen“ gelten und jeder macht und tut, um bloß nichts falsch zu machen, behandelt sich pfleglich und denkt, er ist vorbereitet, falls denn „etwas“ passieren sollte. Frau ernährt sich gesünder, nimmt mehr Vitamine zu sich, meidet Sportarten wie Kick-boxen und färbt sich vorsichtshalber nicht mehr die Haare mit irgendwelchen Chemikalien, die evtl. auf das ungeborene Leben übergehen könnten. Es gilt das “Alles-oder-nichts-Prinzip”. Jeder weiß es. Jeder scheint vorbereitet zu sein…

Aber n i e m a n d ist vorbereitet! Denn wenn dunkle Wolken am Schwangerschafts-Himmel aufziehen, dann ist das immer ein Schock und derjenige ist plötzlich betroffen und völlig unvorbereitet. Deswegen möchte ich meine Geschichte mit euch teilen. Warum? Hm… gute Frage. Vielleicht weil ich finde, dass es nicht genug Berichte über dieses Thema geben kann, da dies jeder anders erlebt. Und wenn eine Frau selber betroffen ist, hilft ihr vielleicht meine Geschichte, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und wenn ich nur einer einzigen Person damit ein kleines bisschen Schmerz nehmen kann, dann hat sich dieser Beitrag mehr als gelohnt.

Tag 1: Ich habe es ganz klassisch gemerkt bzw. war es bei mir nicht zu übersehen. Um eine Blutung zu übersehen, muss man schon ganz schön ignorant sein.
Ich bin natürlich zu „Doktor Google“ gerannt um mich beruhigen zu lassen und habe ausschließlich die positiven Kommentare zum Thema „Schmierblutung in der 11. SSW“ gelesen. Und trotzdem haben mich die unzählig vielen Schwangeren, die ständig irgendwelche Blutungen haben und dann doch alles gut gegangen ist, nicht beruhigt. Jedenfalls waren die zwei Stunden, bis zum Frauenarzt-Termin, sehr anstrengend. Ich versuchte mich mit Knäckebrot backen und Lego spielen mit meiner Tochter abzulenken.

Aber: ich habe es gefühlt. Dieses merkwürdige Gefühl, welches ich bei einer Fehlgeburt schon mal hatte. Ich bin keine Zauberin und auch keine Wahrsagerin, dass will ich damit nicht sagen, aber manchmal habe ich “dieses merkwürdige Gefühl im Bauch”, dieses “Warnsystem”, welches einem nahelegt, dass irgendetwas nicht stimmt. Also gehe ich mit “meiner eigenen gefühlten Gewissheit” (und der Hoffnung, dass ich mich täusche) zum Arzt. Und wenn tatsächliche Gewissheit herrscht, trifft es einen dann leider doch erneut wie der berühmte Schlag ins Gesicht.

Ich stellte mir dann die eine oder andere Frage: hätte ich es mir denken können, dass etwas nicht in Ordnung ist, weil ich ja diesmal keine Übelkeit hatte? War es ein schlechtes Omen, dass ich meinen Mutterpass aus bürokratischen Gründen nie mitnehmen konnte und in der Praxis lassen musste? Habe ich vielleicht doch meine kleine Tochter zu oft gehoben? Ist es vielleicht möglich, dass… oder jenes… … So viele Fragen… und keine Antworten. Denn es gibt schlicht und ergreifend keine Antwort auf die Frage: WARUM?!?

Tag 2: Jetzt geht es in die Klinik. Zum “Vorstellen”. Wie das schon klingt!! Wie ein schlechtes Bewerbungsgespräch: “Guten Tag, ich bin die Klára , sie können aber gerne Fehlgeburt zu mir sagen.” ?!?

Die Anmeldung dauert nur kurz, Zettel ausfüllen wegen der Vollnarkose. Dann zieht es sich: ein kurzes Gespräch mit der Anästhesistin, warten, ein langes Gespräch mit der Assistenzärztin und wieder warten. Alle sind sehr nett. Danach folgt eine gefühlte Ewigkeit des Wartens auf den Chefarzt. Im Wartezimmer sitzt ein buntgemischtes Publikum aus Schwangeren, älteren Damen und den mitleidig dreinblickenden Fehlgeburten. Wir erkennen uns gegenseitig. Es ist wie ein geheimes Erkennungszeichen, dass uns verbindet. Es fehlt nur noch die Markierung auf der Stirn: “Klára, 11. Ssw”.

Ich bin so damit beschäftigt, diesen Blogpost hier zu verfassen, dass ich meinen Namen nur aus der Ferne wahrnehme. Der Chefarzt – eine Mischung aus Gandalf und Peter Lustig – reicht mir die Hand. “Kommen Sie bitte mit.” Die Untersuchung verläuft wie erwartet mit dem zu erwartenden Ergebnis. Ich gehe also wieder Heim, bewaffnet mit Paracetamol, gegen die Schmerzen.

Zu Hause angekommen verstecke ich mich erst einmal in der Badewanne…

Was hier nun geschah, werde ich nicht näher ausführen, das wäre sicherlich für den einen oder anderen zu viel des Guten. Ich formuliere es mal so: bei einem Niesanfall verlor ich alles was zu einer Schwangerschaft so dazu gehört im Badewasser. Das Wasser färbte sich dunkelrot… mein Mann und ich fischten noch “Bestandteile” aus dem Wasser, packten unsere Tochter ein und fuhren sofort ins Krankenhaus. Ich versuchte erfolglos mit Tüchern die Blutung zu stoppen und betete, wir mögen schnell in der Klinik sein… ich befand mich in meinem ganz persönlichen Alptraum…

Ich musste natürlich über Nacht bleiben. Infusion über Infusion… Schmerzen… Blut… und immer der Gedanke an diese kleine „Fruchtblase“, die in meinem Badewasser schwammEs besteht immernoch eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass mein Körper es alleine schafft, alles abzustoßen. Dann keine Kürettage. Klingt schon mal nicht schlecht. Denn auf diesen Vorfall noch eine OP – da habe ich definitiv gar keine Lust drauf.

Tag 3: Die OP war am nächsten Tag. Aber es sind noch 4x4cm große Plazenta-Reste vorhanden –> Kürettage unter Vollnarkose. Jetzt geht alles ganz schnell – innerhalb von 20 Minuten nach trauerdem Ultraschall liege ich auf dem OP-Tisch. Und wieder sind alle sehr nett. Ich muss nüchtern sein. Aber das ist kein Problem, das bin ich sowieso seit 20 Stunden, denn Hunger habe ich wahrlich nicht. (Obwohl… so ein Gläschen Whisky… so ein größeres Gläschen… in der Größenordnung von 0,5l oder so wären jetzt nicht schlecht!). Eingemummelt in warme Decken beginnt die „LMAA-Pille“ an zu wirken und ich schaffe es sogar, ein paar Witzchen im OP zu reißen, bevor mich die Narkose völlig ummantelt.

Danach bin ich erschlagen. Und leer. Damn! Ich fühle mich so verdammt leer…

Aber das Leben geht weiter. Klingt plakativ. Aber irgendwie MUSS ich mich wieder hoch ziehen. Eigentlich übernimmt das meine Tochter, obwohl sie noch viel zu jung für diese große Aufgabe ist. Ich bekomme von meinem Mann ein Video in dem sie ganz stolz “Mama Kankaus” (Deutsche Übersetzung: „Mama ist im Krankenhaus“) erklärt ❤ Ich freue mich auf mein zu Hause.

Tja… das war´s dann wohl… oder?: Es ist und bleibt eines der schlimmsten und machtlosesten Gefühle, die ich je erlebt habe. Ich wünsche das keiner Frau und kann jedem nur den Rat geben: sprecht darüber! Sprecht darüber oder schreibt es auf. Und weint, Mädels!!! Ihr dürft das! Wir dürfen das! Heult euch die Augen aus, schreit und brüllt, werft Gegenstände an die Wand aber behaltet dieses hässliche Gefühl der Machtlosigkeit und des Schmerzes nicht bei euch! Wir dürfen um unsere toten ungeborenen Kinder trauern – Es tut weh! Aber das ist ein Prozess, durch welchen wir nun mal gehen müssen. Und jeder geht damit anders um. Holt euch Hilfe, Mädels, es gibt viele Anlaufstellen, wie z.B. Donum Vitae aber auch das Krankenhaus, welches den Eingriff durchgeführt hat wird euch helfen. ABER MACHT ETWAS! Redet, malt oder schreibt einen Blogpost. Aber handelt – denn von alleine löst sich hier gar nichts (mehr). Und es gibt viel zu viele Frauen da draußen, die nach Jahren immer noch schmerzlichst daran zurückdenken, sich erinnern und in Angst vor der nächsten Fehlgeburt leben. Das muss nicht sein! Und was nur die allerwenigsten Wissen: wir haben nach einer Fehlgeburt Anspruch auf eine Hebamme! Das wird sogar von den Krankenkassen übernommen!

Ich für meinen Tebutterflyil schreibe. Ich schreibe darüber und ich rede. Ich weine viel und erfreue mich trotzdem an meiner Tochter, die mir mit meinem Mann gemeinsam Kraft spendet. Allein dadurch, dass sie einfach nur da sind. Und so bin ich bereit, meinen kleinen Schmetterling fliegen zu lassen… Und irgendwann, wenn die Zeit gekommen ist und wir uns danach fühlen, wird neues Leben in uns entstehen. Ohne Angst. Ohne Zweifel. Nur Leben.

Ich spare es mir diesmal, hier an dieser Stelle meine Fragerunde einzuläuten. Ich lasse das Ende einfach so stehen… und jede -/r, die/der dies liest weiß, dass sie/er nicht alleine mit diesem Schmerz im Herzen ist. Und wenn ich könnte, würde ich meine Arme ganz weit ausbreiten und euch alle ganz fest umarmen; damit wir irgendwann einmal gemeinsam loslassen können…


In diesem Sinne…

Ahoj,
eure Klára

Ein kleiner Nachtrag: Bedenkt bitte, dass dies meine ganz eigene persönliche Geschichte ist – mein Erfahrungsbericht. Ich bin weder Gynäkologin noch psychologische Beraterin. Es ist einfach nur meine Erfahrung, die ich hier mit euch teile.

Challenge oder nicht Challenge… das ist hier die Frage!?!

Pünktlich zum Jahresbeginn wird wieder gechallenged. In alles Bereichen und mit allem was geht. Healthy food, weniger Social Media (?!?), mehr Bewegung, weniger Alkohol, weniger Rauchen,… weniger… mehr… Meine liebe Studienkollegin Silke hat auf ihrem Blog einen großartigen Beitrag zum Thema „Gute Vorsätze“ geschrieben.

Ich halte eigentlich nicht viel von Challenges. EIGENTLICH! Aber diesmal ist mir bei  Linda Daskewitz eine Challenge ins Auge gestochen, die ich unbedingt mitmachen muss. Mitmachen MUSS. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich, weil es die einzige Challenge weit und breit ist, die ich als Schwangere einigermaßen mitmachen kann, ohne dabei mein ganzes Leben    u m k r e m p e l n    zu müssen!

Wie funktionier diese Challenge?

squat-tabelle
Bitte beachtet nicht meine hoch-professionelle Umsetzung dieser Tabelle 😀

Bei dieser Challenge kann  der eigene Körper sehr gut beobachtet werden, vor allem wie schnell er sich in seiner Fitness weiterentwickelt. Und das finde ich klasse. Auch Ruhetage werden eingeplant um die Regerationsphase zu nutzen. Zwar finde ich für einen trainierten Körper 30 Anfangs-Squats ziemlich niedrig angesetzt, aber für einen Anfänger ist dies eine schöner Herausforderung. Und vor allem: die Challenge ist anfangs in zwei Minuten fertig. Klar steigert es sich mit der Zeit – ich meine, wer 100 Squats in zwei Minuten schafft, ist wirklich sportlich 😀 aber darum soll es ja auch nicht gehen. Und so habe ich diese Herausforderung angenommen und bin schon fleißig bei Tag 7. Ok, ich gebe es zu – ich bin ein Streber und habe an Tag 5 meine 60 Squats trotzdem gemacht. Aber nur, weil ich an diesem Tag sowieso trainiert habe.

Was finde ich an Squats so genial?

Squats (zu Deutsch: Kniebeuge) zu machen ist eine perfekte Arbeit für den ganzen Körper, welche folgende Muskelgruppen im Fokus hat: Oberschenkel vorne, hinten und Innenseite, Gesäß, Unterschenkel und ein Teil der Rückenmuskulatur. Mit dem Einsatz von Hanteln kann auch der Oberkörper aktiv mitgenommen werden und so hast du mit „einer Übung“ fast alles trainiert. Am besten kombiniert man diese Übung mit Push-ups´s, Dips und Pull-up´s. Dann hast du aber auch wirklich ALLES erwischt 😀

Wie macht man Squats richtig?

Zuerst ist die Kniestellung wichtig. Die Fußspitze zeigt immer in die selbe Richtung wie das Knie, der Stand ist hüftbreit (oder ein bisschen mehr), der Rücken gerade und der Bauchnabel wird zur Wirbelsäule gezogen und BLEIBT DORT AUCH. Das ist schon mal die Grundposition. Und jetzt kann es losgehen: Nun versuchst du, dich in Gedanken auf einen Stuhl zu setzen, welcher einige Zentimeter von deinem Gesäß entfernt hinter dir und etwas weiter unten steht. Die Knie bleiben stabil und wandern hierbei weder nach innen noch nach außen. Geh so tief, wie es dir angenehm ist und beuge deinen Oberkörper leicht nach vorne. Ich male euch mal eine kleine Skizze (und jaaaaaa: ich bin am Pc künstlerisch hoch-begabt!):

squat
Klára´s Darstellung einer Kniebeuge

Hier kann sich ein weiterer Fehler einschleichen: Das Knie darf keinesfalls nach vorne über die Zehenspitze hinaus wandern! Aufgrund verschiedener Scherenkräfte würde sich zu viel Gewicht auf das Kniegelenk anstatt auf den Muskel verlagern, was auf Dauer zu Schäden des Kniegelenks bzw. des Knorpels führen kann! Also brav bleiben, sich nicht überschätzen und nur so weit runter mit dem Popo, wie es deine Kraft auch hergibt. Die 90° erreichst du aber locker mit der Zeit. Irgendwann setzt man sich dann fast auf den Boden, was natürlich eine ziemliche Muskelarbeit erfordert und eher etwas für Fortgeschrittene Squat-Betreiber ist.

Du kannst aber auch folgendes machen: Lehne dich an eine Wand und wandere mit deinen Füßen stückchenweise nach vorne, beuge dabei deine Beine und rutsche dabei langsam die Wand mit dem Rücken runter; und zwar so weit, bis du zwischen Ober- und Unterschenkel einen 90°-Winkel erreichst und dein Rücken immer noch die Wand berührt (siehe Skizze). Diese Position ist dein perfekter Squat (natürlich unter Beachtung der o.g. Maßnahmen!). Jetzt das ganze noch ohne Wand mit leicht nach vorne gebeugtem Oberkörper und – voilà!

Und bitte ATME! Atme dabei! Viele neigen dazu, beim Training die Luft anzuhalten. Das ist ein klares No-Go!!! Beim beugen deiner Knie atme ein und beim wieder-nach-oben-kommen aus. Mache nicht zu schnell, sondern lieber kontrolliert und bewusst. Irgendwann sitzt ein Squat wie die Mitternachtsformel sitzen sollte (ich weiss sie tatsächlich noch!!! Wer auch??).

Irgendwann, wenn die Squats „laaaaangweilig“ geworden sind, kann man sie wunderbar variieren: Die Beinstellung breiter oder kürzer wählen, eine Langhantel in den Nacken legen, Kurzhanteln mit dazu nehmen, Jump-Squats, Sumo-Squats, die bereits erwähnten tiefen Deep-Squats oder Kick-Squats daraus zaubern, … hach… diese Liste ist unendlich lang und so wundervoll, dass meine müden schwangerschafts-Äuglein davon zu leuchten beginnen.

Ach ja und noch etwas: Schwangere können selbstverständlich auch Squats machen, SOFERN DIE SCHWANGERSCHAFT GESUND und OHNE KOMPLIKATIONEN verläuft und sie sich DABEI WOHL FÜHLEN. Hier sollte nicht klassisch ge-challenged werden, bis an die Schmerzgrenze oder gar darüber hinaus! Lieber noch kontrollierter und bewusster mit den Squats arbeiten.

Aber nun zu euch: Was haltet ihr von solchen Challenges? Findet ihr sie gut um seinen Hintern hoch zu bekommen und sich herauszufordern oder findet ihr die total unnötig oder gar gefährlich? Habt ihr schon mal eine solche Sport-Challenge mitgemacht? Wenn ja: welche? Und wie findet ihr die Squats an sich? Baut ihr welche in euer Sportprogramm mit ein oder meidet ihr sie lieber?

Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne…

wünsche ich euch eine herausfordernde Woche und bis bald!!

Ahoj,

eure Klára

Revolutionäre Entdeckungen in der Küche…

Dass ich einen Öko-Spleen habe, ist kein Geheimnis. Aber phasenweise artet das bei mir aus. Das kann 5 Tage oder aber auch 5 Monate dauern – das ist unterschiedlich. Dann MUSS es die Mascara aus dem Naturkosmetik-Bereich sein und selbstverständlich auch NUR das Bio-Deodorant 😀 und natürlich wird dann AUSSCHLIEßLICH mit Ghassoul-Erde geduscht… Manche werden jetzt die Augen rollen und lachen – und JA! Ich verstehe euch! Ich muss auch immer wieder über diese Phasen schmunzeln. Das Ganze hat Vor- und Nachteile: ich probiere mich im Wesentlichen peu à peu durch die Bio-Läden und wenn ich aus der Phase wieder heraus bin, bin ich für die Nächste schon gut ausgestattet 😀 Vieles bleibt dann dauerhaft bei mir hängen und einiges verabschiedet sich wieder. Weggeschmissen wird hier natürlich nichts!

Aber in dieser momentanen Phase habe ich eine „Entdeckung“ gemacht, die sich auch für die „Nicht-Öko-Phase“ rentiert hat: ich mache mein Spülmaschinenmittel selbst. Das „Rezept“ liegt bei mir schon seit einer gefühlten Ewigkeit herum und ich gestehe ehrlich, dass ich ein wenig faul war, es zusammen zu stellen. Und am Silvester-Nachmittag hat es mich dann gepackt und ich holte die bereits seit WOCHEN im Keller herumstehenden Ingredienzien und eröffnete in meiner Küche „Klára´s Chemie-Labor“. Ich war erstaunt, dass alles so schnell ging!!!!

Das dauert nämlich keine 5 Minuten und kostet übrigens nur halb so viel Geld. Vom Umweltaspekt ganz zu schweigen und außerdem sind keine Giftstoffe enthalten. Viele werden es vielleicht schon kennen, aber für mich war es etwas Großartiges. Ich habe das Rezept irgendwo im Internet beim Herumsurfen gefunden und kann euch noch nicht einmal den Link geben – ich neige nämlich immer dazu, mir Dinge wie z.B. Rezepte, DIY´s etc. in meinen Timeplaner zu schreiben, falls ich den Link „verlegen“ sollte (wobei ich mich an dieser Stelle frage, wie man einen Link „verlegen“ kann?!?).

Aber nun zu dem großartigen Spülmaschinenpulver:

100g reines Soda

100g Natron

100g Zitronensäurepulver

50g grobes Spülmaschinensalz

Da wir hier sehr hartes Wasser haben, nehme ich 150g Zitronensäure, dieses dient nämlich zur Wasserenthärtung. Das Natron, gemischt mit reinem Soda bilden einen tollen Fett- als auch Schmutzlöser. Das Spülmaschinensalz schützt die Spülmaschine zusätzlich vor Verkalkungen.

Das alles fülle ich in ein großes Glas um (z.B. ein sauberes und trockenes Essiggurkenglas) und schüttele es einmal gut durch, damit sich alle Bestandteile miteinander vermengen. Wichtig ist, dass das Glas wirklich richtig sauber und trocken ist, sonst reagieren Soda und Zitronensäure im Glas miteinander und das ist natürlich nicht Sinn und Zweck dieser ganzen Geschichte. Also lieber keine Kristall-Soda verwenden!!!

Für eine Spülmaschinenladung nehme ich ca. 1-2 Tl. dieses Pulvers und fülle es in das Pulverfach. Fertig!

Und jetzt wieder eine Frage an euch: habt ihr schon mal eurer Spülmaschinenpulver selbst hergestellt? Welches Rezept habt ihr? Oder findet ihr diese total unnötig und benutzt lieber das klassische „normale“ Spülmaschinenpulver oder -Tabs?

Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne… wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!!

Ahoj,

eure Klára

Ein Hoch auf den Smoothie

Seit einigen Tagen gelüstet es mich frühs ganz arg nach Süßigkeiten. Und da man bekanntermaßen in der Schwangerschaft mehr VITAMINE und NAEHRSTOFFE zu sich nehmen sollte, habe ich einfach kurzerhand beschlossen, wieder auf den guten alten Smoothie zurück zu greifen. Übrigens: Ein Smoothie ist nicht sofort mit einem Green Smoothie gleichzustellen. Ein Smoothie ist ein Getränk, dass aus Früchten zubereitet wird – ob nur eine oder mehrere Obstsorten verwendet werden, ist belanglos. Eine Abgrenzung zum Green Smoothie sollte aber dennoch gezogen werden, denn dieser besteht im Gegensatz  zum klassischen Fruchtsmoothie aus 50% grünem Blattgemüse, so Victoria Boutenko, die „Erfinderin“ der grünen Smoothies. Und schmeckt dementsprechend herber, meiner Meinung nach. Also habe ich herumprobiert und kam mit der Zeit auf ein Rezept, welches ich euch keineswegs vorenthalten möchte!!! Denn dieser Smoothie ist wirklich der leckerste, den ich je getrunken habe. Und das muss in die Welt geschrie(b)en werden!

Ich trinke ihn ab und zu als „kleines Frühstück “, wenn es mal schnell gehen muss, oder als Zwischenmahlzeit, wenn der Hunger zu groß ist um noch die eine oder andere Stunde bis zur nächsten großen Mahlzeit durchzuhalten. Ich möchte gar nicht lange um den heißen Brei herumreden und gleich zum Rezept für 2 Portionen kommen:

1 Orangesmoothie2
1 Karotte
1 Banane
1 handvoll gefrorene (geschälte) Zucchini
2 bis 3 getrocknete Datteln
1 handvoll Haferflocken
1 handvoll Mango
1 Glas pflanzliche Milch (vorzugsweise Hafermilch)
1 Schuss Hafersahne oder Kokosmilch

Gebt alles in euren Mixer, oder schneidet alles klein und püriert es mit dem Handmixer gut durch, bis es eine sämige Konsistenz ergibt. Das war’s dann auch schon.

Leute! So etwas Cremiges habt ihr euren Lebtag noch nicht getrunken! Und falls ihr euch fragt, was die Zucchini da drin sucht: Sie gibt zusammen mit der Banane dem Ganzen diese cremige Note. Praktisch ist auch, dass man ihn abends vor dem Fernseher als Snack schlürfen kann und noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen bezüglich seiner Naehrstoffe haben muss. Deswegen mache ich meistens 2 Portionen.

Ach ja – und noch etwas: Fakt 1 ist: Um alle Vitamine möglichst vollständig aufzunehmen, müsste man das Obst reif vom Baum essen. Dies stellt sich aber als etwas problematisch dar, da sich hier in Deutschland in unseren Gärten die Mangos und Orangen ein wenig schwer mit dem Wachsen tun. Fakt 2 ist: Die Vitamine im Smoothie gehen mit der Zeit im Glas auch im Kühlschrank verloren. Somit sollte man den Smoothie möglichst frisch trinken. Fakt 3 ist: Lieber snacke ich abends vor dem Fernseher oder dem PC einen Smoothie in abgespeckter Vitaminversion als gar keinen Smoothie (oder gar Zeugs, das zwar im Moment gut schmeckt aber überhaupt keine Vitamine oder nennenswerte Nährstoffe hat).

So, und jetzt seid ihr gefragt: Habt ihr schon mal einen Smoothie getrunken oder habt ihr gar einen Lieblings-Smoothie? Wenn ja: Welchen? Einen selbstgemachten oder einen gekauften? Trinkt ihr sie regelmäßig oder nur ab und zu? Habt ihr irgendwelche Lieblingsrezepte??
In diesem Sinne wünsche ich euch schon mal einen smoothen und guten Rutsch ins neue Jahr und passt auf euch auf!
Ahoj,
eure Klára

Besinnlichkeit und andere Zustände…

Der Christkindlmarkt. Jedes Jahr tun wir es uns an. Wir schlendern über den Christkindlmarkt. Über irgendeinen. Egal welchen. Aber wir nehmen uns vor, dieses Jahr ausschließlich Liebe walten zu lassen. Wir sehen gutgelaunte Erwachsene und strahlende Kinderaugen mit Bäckchen vollgestopft mit Lebkuchen. Überall duftet es nach Zimt und Nelken, Plätzchen und heißen Maronen.

Wir schlendern weiter mit einem Lächeln auf unseren Lippen. Wir gehen an Ständen vorbei, welche unnötige Haushaltsgeräte verkaufen, die kein Mensch benötigt, überteuerte Kerzen in Form von Engeln und Bäumchen, welche bereits nach dem ersten Anzünden in quallenartige Gebilde in sich zusammenfallen und industriell gefertigte Plätzchen, welche geschmacklich stark an mit Zuckermelasse eingelassene Pappe erinnern.

Da beginnt die Fassade langsam an zu bröckeln. Die Erwachsenen haben von dem einen, anderen oder dritten/vierten Glühwein schon ganz rote Gesichter und hin und wieder hört man das klassische laute 1,2-Promille-Lachen. Die meisten Kinder quengeln, weil die dritte Runde über den viel zu kleinen und viel zu vollgestopften Christkindlmarkt einfach keine Begeisterung mehr findet – da kann auch der Stand mit selbstgehäkelten Schafen und Katzen, welche eher an kranke Hamster erinnern, nicht mehr wirklich aufmuntern.

Irgendwann kommen wir an einen Stand und möchten uns ein paar Schmalznudeln kaufen um dem Ganzen noch eine Chance zu geben. Und da steht sie: Die Besinnlichkeit in Person! Eine Dame mittleren Alters, welcher die Frustration markant ins Gesicht geschrieben steht. Eigentlich braucht man sich nicht zu wundern, dass gerade an diesem Stand nichts los ist – hier bekommt man zu den kalten und harten Schmalznudeln eine gehörige Portion schlechte Laune gratis mit dazu!!! Wir überlegen kurz: wollen wir wirklich gerade HIER etwas kaufen? Ich meine, ganz ehrlich Leute, dieser Stand könnte auch ein Abgesandter der Hölle sein. Aber wir kaufen hier. Die Dame pflaumt einen verschüchterten Herrn vor mir an, er brauche nicht nach Kleingeld zu suchen, sie habe es passend zurück und im selben Atemzug schnauzt sie ihren jungen Teenager-Gehilfen an, warum er es immer noch nicht verstanden hat, dass man die Schmalznudeln immer wieder ins Fett tauchen muss, damit sie nämlich wieder „wie frisch“ schmecken. Love is everywhere hier in diesem Stand! Wir zögern. Aber dann trifft mich ihr harter Blick wie ein Blitz aus den tiefsten Tiefen der Finsternis. Und ich?

Ich lächele. Ich schenke dieser Frau mein strahlendstes Lächeln, bestelle eine mittlere Portion des fettigen Gebäcks und mache ihr ein ehrliches Kompliment, dass ihr Stand herrlich duftet. Ich lobe aufrichtig den Teenager-Gehilfen, dass er flott arbeitet und schon wie ein Profi wirkt – und plötzlich! Es tat sich nicht der Orkus auf und der Satan persönlich trat hervor! Aber wenn das geschehen wäre, dann hätte es mich nicht weniger gewundert als das, was tatsächlich geschah: die Dame lächelte…

Wenn ich das erlebte nun erneut Revue passieren lasse, komme ich nicht umher mich zu fragen: erwarten wir zu viel von der Weihnachtszeit? Erwarten wir zu Unrecht strahlende Gesichter, Liebe und Besinnlichkeit? Das Leben geht immer noch weiter mit all den Schwierigkeiten des Lebens, traurigen Erinnerungen als auch uns prägenden Erlebnissen. Sollten wir da nicht das ganze Jahr über „besinnlich“ leben und ein bisschen mehr Liebe in unsere Herzen lassen? Mehr lächeln, mehr lachen und mehr leben? Und zwar auch außerhalb der Weihnachtszeit?

Wie ist es bei euch? Lebt ihr die Adventszeit besinnlich und ruhevoll? Ist es für euch eine besondere Zeit der Stille und Liebe, quasi ein emotionaler Ausnahmezustand? Oder geht für euch das Leben wie immer weiter auch mit all seinen negativen Seiten?

Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne… besinnt euch 😉 (mehr oder weniger)

eine wunderschöne Vorweihnachtszeit und Ahoj,

eure Klára

P.s.: Ich denke, dass einige von euch meine Art zu schreiben bereits durchschaut haben. Aber für alle anderen: bitte diesen Artikel auch mit einem schmunzelnden Auge lesen 😉