Die Sache mit dem Urheberrecht oder auch: „Was darf ich? Was darf ich nicht?“

„Du Klára, du machst doch dieses Social-Media-Dingsda – sag mal, du weißt nicht GANZ ZUFÄLLIGER WEISE, ob ich DIESES Bild auf Facebook posten darf???“

Diese Frage und ähnliche bekomme ich tatsächlich in letzter Zeit öfter. Die Angst, etwas falsches im Internet zu veröffentlichen ist groß – und sie ist meiner Meinung nach auch berechtigt.

Ich möchte hier nur eine kleine Auswahl an Anmerkungen hinterlassen und keine Facharbeit über die Rechtsgrundlagen im Social Web abhalten – aber ein paar Dinge, sind wichtig zu wissen, um sich rechtlich nicht in ein völliges Desaster zu bringen.
Ich beziehe mich übrigens in diesem Beitrag auf private Accounts und nicht auf gewerbliche Blogs, geschäftliche Profile oder Websiten. Da gibt es nämlich noch ein bisschen mehr zu beachten.


Zu
aller erst: Die lieben „Richtlinien“ und „Nutzungsbedingungen“:

Ich weiß, ich weiß. Da hat keiner so wirklich Bock drauf, den Wust an Information zu lesen. „Wenn alle anderen das Häkchen gesetzt haben, kann es ja nicht so schlimm sein.“ Diese Einstellung ist nur ZU verständlich. Wenn ich jedoch beabsichtige einfach wild drauf loszuposten ohne mir Gedanken zu machen, was ich poste und vor allem auch was ich teile, besonders wenn darunter auch fremde Inhalte fallen, sollte ich vielleicht doch mal einen Blick da rein werfen um nicht irgendwelchen Richtlinien bzw. Nutzungsbedingungen zuzustimmen, welche ich dann nicht befolge und welche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Es könnte nämlich sein, dass man mit der Zustimmung dieser Richtlinien dem Betreiber der Plattform automatisch eine Lizenz zur Weiterverbreitung einräumt – und das kann ggf. schwerwiegende Folgen haben.

Ach und noch etwas: Wer fremde Inhalte auf seiner Website veröffentlicht/einbettet, haftet dafür, als wäre er selbst der Verfasser. Es geht also auch um den Inhalt des geposteten! Deswegen solltet ihr euch wirklich mal die Richtlinien durchlesen – denn manchmal stellt der Inhalt des Geposteten eine Verletzung der Richtlinien dar.

 

Das Thema „Lizenzen“:

Wenn man sich so im im WWW umsieht, dann findet man oft Bilder/Videos, von welchen man sich schon denken kann, dass sie sicherlich nicht legal oder unter Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz veröffentlicht wurden. Auf diversen Video-Plattformen kursieren des öfteren Veröffentlichungen von lizenzierten Filmen, welche nach Entdeckung sofort gesperrt werden und derjenige, welcher das Material ins Internet gestellt hat kann sich glücklich schätzen, wenn er „nur“ mit einem „gesperrten Account“ und nicht mit einer Abmahnung davon kommt.

Prinzipiell sollten fremde Inhalte IMMER auf ihre Lizenzen geprüft werden. Wenn solch eine nicht auffindbar ist, reicht es oft, denjenigen zu kontaktieren, auf dessen Seite das Video oder Foto gefunden wurde.

Und auch sogenannte „freie Fotos/Videos“ sind nicht immer „FREI“. Ich meine hier die CC-Lizenzen im Speziellen. In meinem Studium habe ich mir eine kleine Tabelle angefertigt, welche ich euch hier zeigen möchte.

 

CC
Aus meinen Lernunterlagen


Nun, was bedeuten diese CC-Lizenzen im Einzelnen?
Ich muss folgendes beachten, wenn ich ein Werk mit einer dieser Lizenzen benutze:

  • by → Der Name bzw. das Pseudonym des Urhebers muss genannt werden sowie der Titel des Werkes, die URL zu dem Werk oder dem Autor als auch ein Verweis auf die Lizenzurkunde.
  • nc → Das Werk darf nicht kommerziell verwendet werden (also nicht mit de Absicht, einen Gewinn zu erzielen)
  • nd → Das Werk darf nicht bearbeitet werden. Hierzu zählt jedoch nicht, die Verkleinerung des Werkes. Zuschneiden oder der Einsatz von Filtern ist jedoch nicht erlaubt.
  • sa → Diese Lizenz verpflichtet dazu, das bearbeitete Werk unter der gleichen Lizenzart zu veröffentlichen.
  • cc0 → Das Werk kann kopiert, bearbeitet und veröffentlicht werden.
  • cc pd mark → Das Werk ist frei von jeglichen urheberrechtlichen Einschränkungen.

Also ganz frei, von Kennzeichnung sind selbst die CC-Lizenzen nicht.

 

Das Thema „Urheberrecht“ und „Recht am Bild“:

Mit Fotos sollte man ebenso vorsichtig sein. Auch wenn es noch so lustig ist, ein Foto mit Freunden beim Feiern zu posten: ist einer davon nicht einverstanden, weil er einfach beim Saufen im Club nicht fotografiert werden möchte bzw. nicht möchte, dass die ganze Welt es erfährt, könnte er tatsächlich rechtlich erzwingen, dass das Bild gelöscht wird und euch sogar Abmahnen.

Prinzipiell sollte man sich schon 100%ig sicher sein, dass alle Personen, welche auf einem zu veröffentlichenden Bild zu sehen sind, dies auch wirklich wollen. Und: diese Sicherheit muss auch vom Urheber des Bildes gewährleistet sein, sprich „vom Fotografen“.

Wie ihr alle seht, das Thema ist nicht einfach und vor allem auch nicht einfach zu beantworten. Es gibt etliche Gerichtsentscheidungen, welche noch ausstehen und somit können tatsächlich sehr viele Fragen zu dem Thema „Was darf ich und was nicht“ – nur schwammig beantwortet werden, weil sie einer näheren spezifischen Betrachtung bedürfen.

 

Meine Empfehlung:

Postet nur eigen erstelltes und für die Plattform/das Netzwerk zulässiges Material und holt euch ggf. eine schriftliche Erlaubnis zum Weiterverbreiten ein. Das mag vielleicht etwas lächerlich klingen, aber wenn sich aus einem lustigen Foto auf Facebook plötzlich in der Öffentlichkeit ein kleiner Shitstorm entwickelt mit Beleidigungen und Beschimpfungen, kann das für euch rechtliche Folgen haben. Oft sind es kleine Unachtsamkeiten von irgendeinem Freund von einem Freund von einem Freund, der seine Privatsphären-Einstellungen nicht wirklich personifiziert hat und schon gerät ein Foto mit sensiblem Inhalt ins Netz und kann in Hände geraten, in welchen es definitiv nichts zu suchen hat.

Beachtet bitte:
Egal auf welcher Plattform, egal in welchem Netzwerk – postet nur die Sachen, welche notfalls auch (rechtlich) an die Öffentlichkeit gelangen dürfen! Das ist der beste und sicherste Tipp, welchen ich euch geben kann.
Das sind z.B. selbstgeschossene Fotos (von Landschaften, Food, von euch selbst, …) oder selbstgedrehte Videos, auf welchen nur ihr selbst zu sehen seid.
Und wenn man es ganz genau nimmt, dann ist selbst von jemandem, welcher auf euren selbstgedrehten Videos NUR ZU HÖREN und nicht zu sehen ist, eine Erlaubnis zur Veröffentlichung einzuholen.

Und auch wenn ich hier die Abmahnungen immer erwähne: die meisten (nicht alle!) Kanzleien/Firmen/Urheber würden euch zuerst anschreiben und die Löschung des Werkes (evtl. unter Geldbuße) verlangen OHNE sofort abzumahnen! Ich würde dieses Risiko jedoch trotzdem nicht eingehen.
Und falls ihr gerne noch etwas ergänzt zu diesem Thema sehen wollt, dann werde ich das gerne nachtragen. Aber ich wollte – wie bereits oben erwähnt – erst einmal nur das Notwendigste hierzu schreiben.

Aber nun zu euch:
Wie geht ihr mit dem Thema Urheberrecht, Recht am Bild, Privatsphäre etc um? Habt ihr euch dazu schon mal Gedanken gemacht? Oder ist es euch egal? Fühlt ihr euch „safe“, wenn ihr eure Einstellungen zur Privatsphäre auf eure Bedürfnisse anpasst?
Lasst es mich wissen!

In diesem Sinne… wünsche ich euch noch eine sichere Restwoche 😉

Ahoj,
eure Klára

 

 

PS.: Ich möchte hier explizit erwähnen, dass alle von mir genannten Beispiele ohne Wertung erläutert wurden, denn WIE ich es finde, dass manche User fremde Inhalte veröffentlichen, ist hier irrelevant.

PPS.: Ich habe hier keine Quellenangaben gemacht, da ich alles frei aus meinem Wissensrepertoire geschrieben habe.

Fitness-Training, Bodybuilding oder Kraftsport… ja was denn nun?!?

Also Leute…*kopfschüttel* … ich muss mal etwas loswerden. Immer wieder werde ich gefragt, WAS ich denn so privat an Training auf die Beine stelle. Und obwohl es klare Definitionen zu den verschiedenen Trainingsmethoden gibt, erzeugt diese Nomenklatur in den Köpfen einiger von uns sehr individuelle Bilder. Und drei dieser Bilder möchte ich jetzt gerne mit euch unter die Lupe nehmen.

Beginnen wir mit den allgemein gültigen Definitionen (welche in jedem Lehrbuch anders ausfallen):

Fitness-Training umschreibt im ursprünglichen Sinne alle freizeitlichen Sport-Aktivitäten, welche dazu dienen, den Zustand von Körper und Geist (und Seele) gesund zu erhalten oder zu verbessern (oder in Einklang zu bringen).

Im Bereich Bodybuilding sieht es schon spezieller aus: Hier steht der gezielte Aufbau von Muskulatur im Vordergrund meist kombiniert mit einer speziellen Ernährung.

Zu guter Letzt der Kraftsport, welcher jede Art von Arbeit mit Gewichten beinhaltet und lediglich der Kräftigung von Muskulatur dient.

Soviel zu den Definitionen, welche im übrigen nicht von mir stammen. Die folgenden Kommentare jedoch, sind definitiv auf meinem Mist gewachsen und geben eine ca. 18-jährige – mehr oder minder berufliche – Erfahrung im Bereich Bewegung und Ernährung wieder. Klar, ich bin Fitness-Trainer. Das ist schon mal ein guter Ansatzpunkt, um überhaupt irgendwelche Kommentare diesbezüglich von sich zu geben. Aber Hand auf´s Herz: 10 Trainer ergeben 10 verschiedene Meinungen. Und damit wären wir bei dem ursprünglichen Thema: Nomenklatur in der Fitness-Branche.

Wenn ich also ein Gespräch mit einem Trainer führe und ihm erzähle, dass ich mich relativ gesund ernähre, jeden Tag ca.´ne halbe Stunde trainiere, an einem Tag in der Woche Cardio mache und ansonsten mit selektierten Muskelgruppen und mit sehr hohem Gewicht arbeite, so dass ich zwischen 8 und 15 Wiederholungen á 3-4 Sätze schaffe wird in seinem Gehirn die Schublade Bodybuilding aufgehen. Besonders wenn ich noch mit der Broscience-Theorie ankomme und gestehe, dass ich nach jedem Training erst einmal einen Proteinshake zu mir nehme, wegen Muskelaufbau bla bla bla…

Wenn ich mich mit einem Bodybuilder unterhalte, der mit seinem Trizeps einen Kleinwagen stemmen könnte und ihm die selbe Geschichte erzähle, wird er schmunzeln und sich denken: „Mei, wie süß! Des bisschen Kraftsport! Aber Hauptsache das Mäuschen bewegt sich.“  😉

Wenn ich das gleiche Gespräch mit einer untrainierten Hausfrau führe, welche ihren Lebtag noch keine Dumbbells in den Händen hielt und noch nicht einmal weiß, was das ist, wird diese die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen und rufen:“Ja um Himmels Willen!!! Wie kannst du nur solche Sachen mit deinem Körper machen! Du wirst aussehen wie Arnold Schwarzenegger! Das ist ja bei einer Frau wirklich nicht mehr schön anzusehen!!!“ 😀

Drei Köpfe – drei Meinungen. Aber welche ist nun richtig?

Das ist doch so einfach: keine und jede!

Wer sagt, welches Gewicht „hoch“ und welches „niedrig“ ist? Wer noch nie in seinem Leben einen Squat gemacht hat, wird wahrscheinlich mit 15 Squats ohne Gewicht schon völlig überfordert sein und jemand der täglich 100 Squats nebenbei beim Zähneputzen erledigt, wird – um sich wieder steigern zu können – das nächste mal ein paar Kilos mehr auf seinen Nacken packen.

Und wer darf jetzt darüber richten und behaupten, derjenige OHNE Gewichte macht nicht so viel wie der mit der Langhantel als Accessoire?!? Werden die Betroffenen befragt WIE sie ihr Training vom Schweregrad einstufen, werden beide wohl auf der gleichen Skala-Ebene landen.

Bleiben wir doch alle einfach mal locker und stecken uns nicht immer in irgendwelche Schubladen. Für den einen ist es Bodybuilding und für den anderen Fitness-Training. Gefühlt ist körperliche Betätigung sowieso etwas sehr Subjektives und das WICHTIGSTE daran ist, dass wir uns dabei wohl fühlen und das Gefühl haben uns etwas Gutes zu tun.

Fakt ist, dass der menschliche Körper Bewegung benötigt um adäquat zu funktionieren. Wie diese aussieht, ist völlig egal – Hauptsache der Körper wird gesund und richtig bewegt. Ob mit oder ohne Hantel – ob in Form von Körpereigengewichtsübungen, leichtem Workout oder Hanteltraining. Muskelpflege sollte so selbstverständlich sein wie Zähneputzen. Regelmäßig und gezielt. Ende.

In diesem Sinne… wünsche ich euch einen fitten Start in die neue Woche!!

Ahoj,

eure Klára

Ach, und übrigens: Ironische Passagen sind möglich!